Die Melodie der mongolischen Steppe

Wenn die Kamera in Zud bergige Landschaft in der mongolischen Steppe einfängt, in der die Nomadenfamilie des Jungen Subkhat lebt, scheint diese Weite unermesslich. Nicht vorzustellen, dass auch ihre Welt gezeichnet ist von Sorgen um Eigentum und Schulden. Alle Hoffnung liegt nun auf Subkhat, der ein wildes Pferd zähmen soll, um mit ihm bei einem Pferderennen das Siegergeld einzustreichen.

Dabei lebt der Junge lieber im Einklang mit der Natur und den Tieren als diese beherrschen zu wollen. Unglaubliche Ruhe verströmt sein Singen, als er geduldig eine schleichende Schlange beobachtet. Seine Melodien passen sich den Geschwindigkeiten der Tiere an – nicht andersherum. Auch das Pferd versucht er mit seinen Gesängen zu zähmen. Seine Rufe bilden in der Vereinigung mit den galoppierenden Laufgeräuschen den Soundtrack für das Filmerlebnis. Gebrochen wird seine harmonische Kommunikation mit dem Pferd von dem Vater, dem die Schulden im Nacken sitzen. Wird es Subkhat unter diesem Druck gelingen, das Rennen zu gewinnen?

Regisseurin Marta Minorowicz präsentiert gemeinsam mit ihren (Laien-)Darstellern eine Welt abseits des städtischen Trubels. Auch wenn die Handlung gerade zum Ende hin etwas an Spannung verliert und etwas zu viel Raum für Interpretation lässt, überzeugt der Film durch seine starken Bilder. Natur und Mensch leben hier zusammen, kämpfen meist für- nur manchmal leider auch gegeneinander.

von Ricarda Fait

Zud: PL 2016, 85 Min., R: Marta Minorowicz


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