„Touristen verstecken sich hinter ihren Fotoapparaten“

would
you still want to travel to
that
country
if
you could not take a camera with you

Nayyirah Waheed – Salt


Tourists von Marta Wójtowicz-Wcisło und Mateusz Romaszkan ist ein Zusammenschnitt von Amateuraufnahmen, die auf Reisen entstanden sind. Es sind polnische Tourist*innen, die den Sucher auf andere richten: Auf die wilden Tiere und die Einheimischen in anderen Ländern; von einem Boot aus, aus dem schwankenden Reisebus oder vom Rücken eines Elefanten. Die Regisseur*innen haben ein Werk geschaffen, das uns als westliche Gesellschaft mit dem eigenen Reiseverhalten konfrontiert; ein Kaleidoskop, das so zusammengeschnitten ist, dass eine eigene kleine Reise entsteht. Eine Stunde dauert das Publikumsgespräch im Anschlus, das hier in Auszügen wiedergegeben werden soll. Die Fragen stellte das Publikum. Moderiert und übersetzt hat Adam Gusowski.

Mateusz Romaszkan, Marta Wójtowicz-Wcisło, Adam Gusowski Foto: Sabrina Pohlmann

Mateusz Romaszkan, Marta Wójtowicz-Wcisło und Adam Gusowski beim Publikumsgespräch im Club der polnischen Versager

Was war das Ziel des Films?

Romaszkan: Wir wollten die Art des Reisens verändern.

Wójtowicz-Wcisło: In unserer europäischen Art zu reisen wollen wir nämlich immer die Welt entdecken.

Romaszkan: Uns hat interessiert, wie man fotografiert und filmt und  sich mit der Kamera bewegt. Die Leute wollen eine echte Begegnung mit einem anderen Menschen haben. Dazu kommt es aber nicht, denn Touristen verstecken sich hinter ihren Fotoapparaten. Und die lokale Bevölkerung verkauft eben ihre Kultur – das, was sie anbieten kann.

„Wir haben das Stereotyp gesucht.“

Wo kommen die Bilder her?

Wójtowicz-Wcisło: Ich habe jahrelang als Reisebegleiterin gearbeitet und oft Filme von den Leuten bekommen, als Dankeschön und Erinnerung.

Romaszkan: Mit allen Leuten, deren Filme wir benutzt haben, hatten wir aber natürlich persönlichen Kontakt. Wir haben versucht, an andere Bilder heranzukommen und Annoncen geschaltet. Das hat nicht geklappt. Unsere Voraussetzung war übrigens, das vollständige, also ungeschnittene Material zu bekommen. Wir wollten nicht, dass jemand sagt: „Diesen Ausschnitt will ich nicht“.

Romaszkan: Wir haben sehr persönliche Bilder herausgeschnitten, die die Leute bloßgestellt hätten, denn wir haben das Universelle, das Stereotyp gesucht. So haben wir auch gezielt die Unterschiede zwischen den einzelnen Reisegruppen und Reisen verwischt. Wir wollten einen Film über eine Reise machen, ohne feste Heldinnen oder Helden.

Ist das Rohmaterial von einer bestimmten Altersgruppe gekommen?

Wójtowicz-Wcisło: Wir hatten zwar auch Filme von jüngeren Leuten, aber beim Bearbeiten des Materials haben wir gemerkt: Irgendwie war das Material der älteren Reisenden besser und spannender.

„Die echten Touristen sind noch schlimmer.“

Wie viele Leute aus den Reisegruppen haben den Film gesehen und wie waren die Reaktionen?

Wójtowicz-Wcisło: Ein Mann sagte bei der Premiere: „Die echten Touristen sind noch schlimmer“. Keiner von ihnen wird seine Art zu reisen, durch den Film verändern, denke ich.

Romaszkan: Die Reisenden suchen immer nach dem Wahren. Sie wollen die Entdecker sein. Das werden sie so aber nicht schaffen.

An dieser Stelle dreht die Regisseurin die Dynamik des Q&A um.

„Wie seht ihr den Film?“, fragt Wójtowicz-Wcisło das Publikum. Eine Zuschauerin berichtet von einem „Gefühl von Scham und Unwohlsein“, das sie den ganzen Film hindurch begleitet hätte. Andere Wortmeldungen bestätigen ähnliche oder heftiger ablehnende Reaktionen. Eine andere Zuschauerin fand den Film bedrückend: „Ich sehe manchmal auf Flughäfen diese Busse, die die  Reisende abholen und in ihre Hotels bringen. Und ich denke mir: „Mein Gott, auch wenn ich Geld dafür bekommen würde, ich würde so etwas nie mitmachen“.

Distinktion oder Reflexion?

Die Zuschauer*innen, die in den Club der polnischen Versager gekommen sind, sind sich weitestgehend einig in ihrer Fremdscham. Negative Kritik am Film kommt, trotz der Länge des Gesprächs, nicht auf. Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein Fall von „Preaching to the converted“ stattfindet. Hochreflektierte postkolonial belesene Bildungsbürger*innen, die gemeinsam verächtlich auf die Reiseformen des weißen Proletariats blicken?  Nein, ganz so einfach ist es nicht, denn die Re-Kontextualisierung des in Teilen kolonial-rassistischen Materials entblößt es dennoch in all seiner Hässlichkeit. Wójtowicz-Wcisło verfolgt die ausnahmslos positiven Reaktionen interessiert. Die Antwort auf die Frage, wie die jahrelange Arbeit am Film sie selbst verändert hat, ist, wie das ganze Gespräch, seltsam unpolitisch:

Wójtowicz-Wcisło:  Wir denken jetzt mehr darüber nach: Wann nehmen wir unser Smartphone in die Hand? Was fotografieren wir und wieso? Wir suchen tolle Bilder, das Exotische und das Ästhetische. Aber wir vergessen, es zu erleben.

Protokoll: Sabrina Pohlmann

Tourists: PL 2017, 72 Min., R: Marta Wójtowicz-Wcisło, Mateusz Romaszkan

Foto: (c) filmotor

Keine Fragezeichen grade biegen

„Es ist eben nicht gleichgültig, ob eine Person lebt oder tot ist, wenn man über sie einen Film dreht“, sagt Elwira Niewiera auf der Eröffnung der 13. Ausgabe des 7- tägigen polnischen Filmfestivals filmPOLSKA am Mittwochabend im Babylon Kino am Rosa-Luxemburg-Platz. Sie wird ihren Film Der Prinz und der Dybbuk zeigen, den sie zusammen mit Co-Regisseur Piotr Rosołowski gedreht hat: Ein Biopic der suchenden Art, nach Wahrheiten und Antworten. Eine fragmentarische Auseinandersetzung mit dem Leben eines Menschen, der nicht in die Vergangenheit zurückkehren wollte, weil er es nicht konnte. Die Deutschlandpremiere des Filmes setzt an diesem ersten Festivalabend ein Zeichen gegen das Vergessen. Der Prinz und der Dybbuk hilft dabei auch zum Verständnis über eine komplizierte Identität beizutragen, über die Protagonist Michał Waszyński Zeit seines Lebens selbst nie sprechen konnte.

Der Festivalabend wird neben der Ehrung des Filmproduzenten und Shoa-Überlebenden Artur Brauner begleitet von der Aktion „Kippa tragen“ gegen die gegenwärtige antisemitische Gewalt auf der Welt, vor allem aber in Berlin und dem Rest Deutschlands. Neben den Zuschauenden tragen sowohl Festivalkurator Kornel Miglus, als auch Elwira Niewiera an dem Abend die Kippa. Es ist die Gleichzeitigkeit von Festivalauftakt und Aktion, von einem filmischen Porträt und dem solidarisch gesetzten Zeichen gegen Antisemitismus und Ignoranz, die diesen Filmabend zu einem wichtigen kulturellen Ereignis während des Festivals macht.

Michał Waszyński war Filmemacher und Produzent und machte sich mit Filmen wie Der Unbekannte von San Marino (1947) einen Namen. Als „polnischer Prinz“ war er international bekannt, und widmete sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Italien und Spanien realen historischen Geschichten und Heldenlegenden. Seine private Vergangenheit vor dem Zweiten Weltkrieg verschwieg er oder verdrehte Fakten, als Regisseur drehte er in Polen mehr als ein Dutzend Filme. Der Prinz und der Dybbuk des Regieduos Niewiera und Rosołowski will genau davon erzählen. Hart sind die Schnitte zwischen Filmsequenzen aus Michał Waszyńskis eigenen Filmen zu Archivmaterial und neu gedrehten Szenen über den Filmemacher, rasch die Überleitung von Waszyńskis Nachkriegsgegenwart zu seiner vergessenen Vergangenheit.

Der Prinz und der Dybbuk ist auch eine Hommage an Michał Waszyńskis beinahe vergessenen Film Der Dybbuk (1937), eine Liebestragödie in jiddischer Sprache und gleichzeitig die Geschichte einer Legende. Nach Ausbruch des Krieges konvertierte Waszyński zum Katholizismus und schloss sich der Armee der polnischen Exilregierung an. Seine Familie überlebte den Krieg nicht, und eine Erinnerung an sie wurde kaum festgehalten. Nur ein Foto, das Waszyński mit seiner mutmaßlichen Mutter Cilia Waks zeigt, wird während der filmisch dokumentierten Recherche durchgereicht. Es landet unter Lupen, wird den auf der Parkbank sitzenden Babushki in der heutigen Ukraine gezeigt und findet schließlich auch seinen Weg unter einen Vergrößerungsbildschirm eines Zeitzeugen und Bekannten aus seiner damaligen polnischen Heimat Kowel.

„Sprytna życiowa“ wird mit Waszyński assoziiert – „Lebensweisheit“. Und doch transportiert die deutsche Übersetzung lang nicht den Klang des polnischen Wortes, dessen Artikulation durch die vielen Konsonanten nicht nur eine gewisse Schnelligkeit transportiert, sondern auch etwas Raffiniertes, manchmal auch Undurchschaubares.

Undurchschaubar ist auch die Figur des Dybbuks, die Erscheinung einer geliebten Person der Protagonistin. Während die Imagination des Mannes sich langsam auflöst, erklingen im Hintergrund Worte aus Waszyńskis Tagebuch. Die hier auf jiddisch artikulierten Zeilen enden oft mit Fragezeichen und geben Einblick in sein Denken und Fühlen zu dieser Zeit.

Was Niewiera und Rosołowski in Der Prinz und der Dybbuk filmisch schaffen, ist eine Verbindung von Einzelteilen zu einem großen Kunstwerk. Sie schaffen einen nicht aufhörenden Versuch, einige der biografischen Fragezeichen Waszyńskis grade zu biegen. Nicht alle Fragezeichen lassen sich jedoch zu Ausrufezeichen formen, was am Ende des Filmes deutlich wird. Manche bleiben, und das ist auch gut so. Sonst wären wir doch bei einer abgeschlossenen Gleichgültigkeit angekommen, wenn es letztlich keine Fragen mehr gibt und wir alles von einem Menschen zu wissen glauben.

von Paula Sawatzki

Der Prinz und der Dybbuk: PL/D 2017, 82 Min., R: Elwira Niewiera, Piotr Rosołowski

Wszystkie role Michała Waszyńskiego

Kim był Michał Waszyński? Z pozoru odpowiedź na to pytanie jest prosta: był polskim reżyserem, który w dwudziestoleciu międzywojennym stworzył najwięcej pełnometrażowych filmów fabularnych, a po wojnie rozwijał karierę na Zachodzie. Elwira Niewiera i Piotr Rosołowski w filmie dokumentalnym Książę i Dybuk pokazują więcej masek zapomnianego reżysera, nie dopuszczając do głosu jego samego. Nie dowiadujemy się, jakie powody stały za nieustanną koniecznością fabrykowania własnej tożsamości, a jedynie przyjmujemy subiektywną perspektywę twórców dokumentu.

W moich myślach przechadzam się naszymi alejkami, tak jakbym coś zgubił.
Dzisiaj w środku nocy zbudził mnie ten sam sen. Bawimy się w chowanego. Ukrywam się i czekam, ale nikt nie przychodzi. Płacząc, wpadam do pokoju dziadka i krzyczę: „Chowam się, ale nikt nie chce mnie szukać.”*

Michał Waszyński urodził się jako Mosze Waks w chasydzkiej rodzinie na Wołyniu. Starsi mieszkańcy Kowla nie są w stanie nic sobie o nim przypomnieć. Z relacji świadków dowiadujemy się jedynie, że rodzina Waksów została rozstrzelana podczas II wojny światowej. Inni krewni, mieszkający w Izraelu, nie mają żadnych wspomnień o młodym Mosze. Podejrzewają, że rodzice odcięli się od niego, po zmianie wyznania na rzymskokatolickie. Prawdopodobnie, pogorszenie relacji z ojcem Meszlem i matką Cecylią miało miejsce już po wyrzuceniu Waksa z jesziwy. Niedojrzały, nieukształtowany jeszcze charakter nie poradził sobie z emocjami związanymi ze wczesnym opuszczeniem domu – skutkiem usunięcia ze szkoły. Być może także Mosze nie znalazł wśród bliskich zrozumienia dla rodzącej się pasji, jaką było dla niego kino. Film Niewiery i Rosołowskiego tylko bardzo ogólnikowo traktuje temat dzieciństwa – kluczowego etapu w kształtowaniu osobowości.

Moje miasto znika, tak jakbym nigdy nie miał miejsca młodości. Tylko Ciebie nie mogę się pozbyć. Ty byłeś tym, który z nas zrezygnował. Chociaż wciąż w moich snach i na jawie, każdej nocy jak żądło powracasz do mojego serca. Wwiercasz się we mnie. Jak zły duch krążysz wokół mnie…*

Mosze przeniósł się do Warszawy i zmienił nazwisko na Michał Waszyński (ale Książę i Dybuk nie wyjaśnia dlaczego). Pierwszy film zrealizował w 1929r. W odszukanym przez Niewierę i Rosołowskiego nagraniu z planu filmowego Pod banderą miłości możemy usłyszeć jedną z nielicznych oryginalnych wypowiedzi reżysera, który mówi, że jego główną zasadą jest „nieustający ruch, wieczny pośpiech”. Faktycznie, pierwsze filmy Waszyńskiego były tworzone naprędce i przy niskich kosztach. Wśród ówczesnych warszawskich krytyków filmowych nie zyskał uznania aż do nakręcenia Dybuka w 1937r. Film nagrany całkowicie w języku jidysz uważany jest za najwybitniejszy film żydowski powstały w Polsce. Sceny z Dybuka konsekwentnie przeplatają się z wypowiedziami bohaterów w dokumencie Niewiery i Rosołowskiego. Twórcy, nawiązując do Dybuka, udają się na grób reżysera w Rzymie, jak gdyby przechadzka po cmentarzu miała ułatwić odpowiedź na nurtujące pytania. Dybuk, jako mistyczny duch zmarłych, stał się dożywotnią obsesją Waszyńskiego. Czy jakiś bliski z zaświatów nie dawał mu spokoju? A może prześladowała go niespełniona miłość? Na takie tropy celowo nas naprowadzają autorzy filmu dokumentalnego o reżyserze, narzucając tym samym własną interpretację biografii Waszyńskiego.

Pożegnałem się z moimi wspomnieniami. Dobrze robi mi nie wiedzieć, kim jestem. Zablokowałem przed samym sobą wszystkie drogi, zaryglowałem wszystkie drzwi i milczałem. Wokół mnie są głośni ludzie, których nigdy nie spotkałem, ale opowiadają mi oni o wielu zmarłych, których kochałem.*

Po wybuchu II wojny światowej, Waszyński zaciągnął się do Armii Andersa. Pracował w dziale Rozrywki i Propagandy, gdzie uwieczniał na taśmie filmowej przemarsz wojska do Włoch. W zabawnej scenie Księcia i Dybuka opinię dowódcy pododdziału o Waszyńskim odczytują byli znajomi z armii. Jako żołnierz Waszyński był „inteligentny, sprytny i ruchliwy”, ale także „niezdyscyplinowany, przeciętnie lojalny, mało dokładny”. W Referacie Filmowym Armii Polskiej na Wschodzie zbierał materiały filmowe m.in. robił zdjęcia w czasie bitwy o Monte Cassino (1944r.). Po wojnie poślubił hrabinę Marię Dolores Tarantini, po śmierci której odziedziczył pałac w Rzymie. Przejęcie spadku nie wiązało się z nadaniem żadnego tytułu, ale z czasem Waszyński zaczął nazywać się księciem (principe). Szukał akceptacji wśród nowego otoczenia czy kreował życiorys od początku by ułatwić sobie odsunięcie przeszłości w niepamięć? Książę i Dybuk nie przynosi odpowiedzi na te pytania.

Zaczynam wierzyć w sny. Spaceruję samotnie ulicami. Spoglądam na innych, wracasz. Wszędzie niedokończone uściski, tęskne spojrzenia. Ciągle czuję się rozdarty. Zostaw mnie w spokoju.*

W Rzymie podawał się za arystokratę. Był elegancki, wiódł bogate życie, otaczał się gwiazdami filmowymi takimi tak Sophia Loren, Audrey Hepburn, Ava Gardner czy Joseph Mankiewicz. Małżeństwo z hrabiną nie stanowiło przeszkody, żeby spotykać się z mężczyznami. Waszyński był homoseksualistą, jednak swoje preferencje seksualne ukrywał przed środowiskiem. O tym, że życie z maską jest trudne, przekonuje Małgorzata Szumowska w nagrodzonym w Berlinie filmie Twarz. Reżyserka pokazuje, że inność chętnie jest wyśmiewana, a będąc obcym łatwo znaleźć się poza marginesem społecznym. Książę i Dybuk sugeruje, że mitomania Waszyńskiego wynikała z konieczności, choć wcale tak być nie musiało. Waszyński niezależnie od realiów mógł świadomie kształtować swoją tożsamość, według uznania. Niezależnie od tego jak było naprawdę, w Rzymie reżyser niechętnie mówił o przeszłości, zamykał się w sobie. Prawdopodobnie dowiedział się o śmierci bliskich z Kowla. Targające nim emocje ukrywał przed resztą świata, a głębsze przemyślenia spisywał w pamiętniku. Prześladowały go duchy zmarłych. Ówczesnemu rzymskiemu szoferowi kazał wozić się po mieście by oddać się szaleńczym poszukiwaniom dybuka.

Wtedy rano miałem nadzieję, że opuścisz szkołę jesziwy ze mną, ale pozostałeś skamieniały i udawałeś, że to nie Twoja sprawa. Jak gdyby miłość pomiędzy mężczyznami rzeczywiście była dziełem szatana.*

Żyd w Kowlu, Polak w Warszawie i książę w Rzymie – wszystkie określenia opisują legendarną, ale zapomnianą postać polskiego kina. Reżyser-homoseksualista tworzył w okresie największej kumulacji antysemityzmu w historii Europy. Twórcy Księcia i Dybuka przekonują, że tożsamość ta celowo była sfabrykowana po to by przezwyciężyć trud życia w tamtych czasach. Nie wiemy, czy rzeczywiście takie były jego przesłanki. W nieklasycznym, esejowym dokumencie dotarcie do prawdy jest niemożliwe jak u Kurosawy w Rashōmon. „Gadające głowy” prezentują własne (często dość ogólne) spojrzenie na życie reżysera. Twórcy nie oddają głosu przedwojennemu artyście. W zamian pokazują wszystkie role, o których wiedzą, że udało mu się zagrać. To tak jakby opowiedzieć biografię aktora ukazując tylko filmy, w których wystąpił.

* Fragment cytowanych w filmie wpisów z pamiętnika reżysera.

Zdjęcie: (c) Edition Salzgeber

Książę i Dybuk: PL/D 2017, 82 Min., R: Elwira Niewiera, Piotr Rosołowski

Ein Sonntag im Wolf

Für 13 Uhr ist der Wolfsbrunch angesetzt. Genau die richtige Zeit, um gemütlich in den Sonntag zu starten. Die Kaffeemaschine knattert schon und aus der offenen Küche riecht es nach Pfannkuchen. Polnischer Brunch soll es heute geben, passend zum filmPOLSKA Festival, das auch im Wolf Filme zeigt. Viele Gäste sind es noch nicht, 13 Uhr ist wohl doch zu früh für einige Berliner. Doch früh aufstehen lohnt sich: Die polnischen Pfannkuchen und der heiße Kaffee schmecken und stimmen auf die heute gezeigten Filme ein. Ab 16 Uhr laufen gleich drei Filme hintereinander. Man könnte einfach den ganzen Sonntag hier verbringen.

Polnisches Frühstück

20 Uhr, Kinosaal 1. Inzwischen herrscht ein buntes Treiben im Wolf Café, das gleichzeitig das Foyer des Kinos ist. Der Brunch ist vorbei und es herrscht Bar-Atmosphäre. Gedämpfte Lichter und fröhliche Gespräche prägen die Stimmung. Das Foyer ist minimalistisch und modern eingerichtet. Kein unnötiger Schnickschnack. Man sieht: Es ist noch neu. Keine Sticker oder Gekritzel auf den Klotüren. Hoffentlich hat der Kinosaal keine unbequemen, hippen Stühle. Beim Betreten des Saals die Erleichterung: Hat er nicht. Der gemütliche Kinosaal hat dicke, rote Kinosessel, in die man sich gern länger als zwei Stunden kuschelt. Doch nach 98 Minuten A Heart of Love ist es Zeit zu gehen. Das leise Stimmengewirr im Foyer wird langsam lauter, alle Hocker an der Bar sind belegt und vor der Tür sammeln sich die Raucher. Es ist 22 Uhr, der Sonntag im Wolf ist fast vorbei. Viele bleiben noch ein bisschen nach dem Film. Denn genau das ist das Besondere des Wolfs: Es ist nicht nur ein Kino, sondern ein Ort zum Verweilen. Man trifft sich vor dem Film auf einen Kaffee, bleibt danach noch auf ein Bier und genießt gemeinsam Filmkultur.

Wolf-Kino

Schmuggelware aus dem Osten – Das 12. filmPOLSKA-Festival ist eröffnet!

Lange Schlangen an der Bar, herzliche Umarmungen und lautes Gelächter – das waren die ersten Eindrücke bei der Eröffnung von filmPOLSKA am Mittwochabend. Im alten Programmkino Babylon in der Rosa-Luxemburg-Straße läutete die Dokumentation You Have No Idea How Much I Love You von Pawel Lozinski das 12. Ausgabe des Festivals ein. In einem vollen Saal eröffnete die Kulturkolumnistin Jenni Zylka als Moderatorin den Abend unter dem Motto „Berlin sieht Polnisch“. Alles was im polnischen Film Rang und Namen hat, war vor Ort und so kamen die zahlreichen Gäste aus dem Applaudieren nicht mehr heraus. Auch die diesjährigen Jury-Mitglieder Bernd Buder und der Filmemacher Marcin Malaszczak waren anwesend. In einem deutschpolnischen Sprachmix gelang eine sehr persönliche Atmosphäre, die immer wieder deutlich machte, wie bedeutend der polnische Film auch für die deutsche Kulturlandschaft, aber vor allem wie wichtig Zusammenarbeit und Austausch ist. FilmPOLSKA ist das größte polnische Filmfestival außerhalb Polens. Dieses Jahr wurden gleich zwei Ehrenpreise vergeben, für besonderes Engagement im polnischen Film – einer ging an den deutschen Filmkritiker und Radiomoderator Knut Elstermann, der sich schon seit seiner Jugend für den polnischen Film begeistert. Der andere Ehrenpreis ging an das Ehepaar Erika und Ulrich Gregor, die 1963 Mitbegründer der Freunde der Deutschen Kinemathek waren. Besonders durch ihre sympathische Anekdote brachten sie die Zuschauer zum Lachen. So berichteten sie vom West-Berlin der 60er Jahre und über die Schwierigkeiten, an die interessanten Filme aus dem Nachbarland Polen zu gelangen. Das Ehepaar initiierte damals einen Filmclub an der Freien Universität Berlin und hatte beinah keinen Zugang zu den Filmen, die sie in Cannes feierten. So schlichen sie sich zu der polnischen Militärmission und baten die Anwesenden um „Schmuggelware“ aus dem Osten. Nach einem großen Schluck Wodka, selbstverständlich standesgemäß mit dem Strohhalm aus der Flasche, war die Freundschaft besiegelt und nach weiteren Absprachen erhielten die beiden regelmäßig Filme, die sie sogar in der Uni zeigen durften – sowohl das damalige Publikum als auch die Zuschauer im Kino waren berührt. Anschließend berichtete Kornel Miglus, Festivalleiter und Kurator des filmPOLSKA, über die Zusammenstellung des diesjährigen Programms. So habe er sich vorwiegend auf Nachwuchs-Regisseure fokussiert, in denen er Potential sieht.

Zum Eröffnungsfilm You Have No Idea How Much I Love You war auch extra Regisseur Pawel Lozinski angereist und sprach mit Jenni Zylka über die Entstehung zur Idee des Film und seine Therapieerfahrungen. Die Zuschauer waren mitgerissen und so wurde im Anschluss noch bei einem Glas Wein ausführlich über den Film diskutiert. Das Festival findet noch bis zum 10. Mai statt – Empfehlung des Abends von Knut Elstermann war The Last Family von Jan P. Matuszynski.

„A Sunday in the Country“ – oder kann das Leben als FilmkritikerIn wirklich so schön sein?

 

In einem Film über „A Sunday in the Country“ müsste der See die Hauptrolle spielen. Denn der Schauplatz des diesjährigen Workshops war eine kleine Pension am Jezioro Bystrzyckie (Schlesiertalsperre) nahe Wroclaw. Dort bekamen Hannes Wesselkämper und ich die Möglichkeit das Team von filmPOLSKA zu vertreten und uns mit anderen jungen FilmkritikerInnen und JournalistInnen aus zehn Ländern in ruhiger Atmosphäre über Filme und die Arbeit als FilmkritikerInnen auszutauschen.

Das Konzept von „A Sunday in the Country“: fern von Festivaltrubel und anderen Ablenkungen wurde in dem Landhaus „Fregata“ gemeinsam gekocht, Filme gesehen und in der charmanten Atmosphäre miteinander diskutiert. Ein striktes Pflichtprogramm gab es nicht. Zwischendurch blieb die Zeit sich etwas im See abzukühlen.

Im Kinosaal der Pension wurden vier Filme gezeigt: All These Sleepless Nights von Michal Marczak, Actor Martinez von Mike Ott/Nathan Silver, Little Baby Jesus of Flandr von Gust Van den Berghe und Inertia von Idan Haguel. Die FilmemacherInnen schlossen sich der Gruppe ein paar Tage an. So hatten die TeilnehmerInnen ausreichend Zeit sich auch mit ihnen zu unterhalten.

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Als diesjährige Expertin war Dana Linssen vom niederländischen „NRC Handelsblad“ und „de Filmkrant“ eingeladen. Mit den jungen FilmkritikerInnen und JournalistInnen diskutierte sie über die gezeigten Filme und sprach mit ihnen über die Rolle der Filmkritik: Welche Verantwortung haben FilmkritikerInnen gegenüber dem Publikum oder den FilmemacherInnen? Und wie damit umgehen, wenn einem der Film nicht gefällt? Oder aber besonders begeistert?

In den Gesprächen mit der erfahrenen FilmjournalistIn und KritikerIn lernten die TeilnehmerInnen des Workshops wie wichtig es ist seine persönlichen Präferenzen außen vor zu lassen und sich jedem Film ausreichend tief zu widmen. Doch besonders im Gespräch mit den FilmemacherInnen konnten die TeilnehmerInnen einiges von Danas Interviewtechniken erfahren: kritisch und zugleich sehr emphatisch Fragen zu stellen ist eine Herausforderung. Wer Dana „in action“ beobachtet, kann sich einiges abgucken.

Und was nach dem Wochenende bleibt ist die Frage: kann das Leben als FilmkritikerIn wirklich so schön sein? Leider nicht immer. Wenn wir das nächste Mal auf einem Festival von Film zu Film hetzen – werden wir mit Wehmut an die Tage bei „A Sunday in the Country“ zurückdenken.

Polnischer Dokumentarfilm: Ganz nah dran am Geschehen

An Dokumentarfilmen scheiden sich die Geister. Die einen genießen den Wegfall der Mauer aus Fiktion, für die anderen ist die reale Geschichte doch zu sehr durch die/den RegisseurIn gelenkt. Trotzdem ist es die realistischste Form des Films. Durch sie lernen wir die Welt ein Stück besser kennen, und sehen sie durch andere Augen. Das filmPOLSKA-Festival widmete diesem Genre eine eigene Reihe.

In Polen hat der Dokumentarfilm eine große Bedeutung. Große Namen wie Krzysztof Kieślowski und Kazimierz Karabasz starteten ihre Karriere in diesem Genre. In den polnischen Kinos war es bis in die 1980er Jahre sogar üblich, dass vor dem Hauptfilm ein Dokumentarfilm gezeigt wurde.

Die drei Dokumentationen, die beim diesjährigen filmPOLSKA-Festival gezeigt wurden, lassen sich wohl am besten unter dem Titel „Wandel” zusammenfassen. Die Kamera begleitet die Protagonisten dabei, wie sie wesentliche Veränderungen in ihrem Leben wie Altern, Geschlechtsumwandlung oder Ausbruch aus dem Milieu, meistern.

Wojciech Staroń dokumentiert in seinem Film „Brothers“ die Geschichte zweier Brüder, die im Alter von fast 90 Jahren aus Russland nach Polen zurückkehren. Der exzentrische Maler Alfons und der pragmatische Wissenschaftler Mieczysław Kułakowski beziehen ein Haus in einer polnischen Kleinstadt. Als Kinder wurden sie in ein sibirisches Gulag deportiert, lebten lange in Kasachstan und versuchen nun einen Neuanfang in Polen. Trotz ihres hohen Alters, wollen sie die Buntheit ihres Lebens nicht aufgeben. Alfons macht dafür immer noch täglich Gymnastik, um sich fit zu halten. Doch auch sie können den Fängen des Alters nicht entkommen. In ausdrucksstarken und poetischen Bildern porträtiert Staroń auf einfühlsame und unaufdringliche Weise das enge Band zwischen den Brüdern, das sich durch ihr ganzes Leben zog.

Noch am Anfang ihres Lebens steht Yula. Sie lebt mit ihrer Familie auf der größten Müllhalde Europas, nur 13 Meilen vom Kreml und dem Roten Platz entfernt. Kaum zu glauben, dass in diesem Dreck Menschen leben. Doch die Müllhalde ist Heimat für viele obdachlose Menschen. Ihre Geschichten erzählt die Regisseurin Hanna Polak in „Something Better to Come“. Besonders die von Yula, welche sie bei heimlichen Dreharbeiten in den Müllbergen kennenlernte. Über 14 Jahre begleitete Polak das Mädchen, zeigt ihr Erwachsenwerden und ihren Kampf ums Überleben. Dabei dokumentiert sie nicht nur das Elend der Menschen, sondern auch ganz alltägliche Szenen. Haare färben, Nägel lackieren oder die erste Liebe, das sind normale Themen im Leben eines jeden Teenagers. Es entstand ein anrührender und zugleich verstörender Film, mit dem es Polak gelingt, den Vergessenen und Ausgestoßenen der Gesellschaft eine Stimme zu geben.

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Ausgestoßen wurde auch Marianna. Früher einmal war Marianna Wojtek. Im Alter von 40 Jahren entscheidet sich Wojtek dazu, seine Frau und seine Kinder zu verlassen, um als Frau zu leben. Ein Schritt, der Konsequenzen hat. Nicht nur, dass sich fast ihr gesamtes Umfeld von ihr abwendet. Auch die bevorstehenden körperlichen Veränderungen sind eine große Herausforderung. Aber Marianna hat sich entschieden, sie will den Weg gehen, mit all seinen Konsequenzen und Rückschlägen. Die Filmemacherin Karolina Bielawska vermittelt dem Zuschauer in expressiven und sehr persönlichen Bildern, was einen Menschen dazu bringt, sein geordnetes Leben total aufzugeben um dem nachzuspüren, wer er sein will. Die Bilder wechseln zwischen harter Realität, melancholischen privaten Filmaufnahmen der 90er Jahre bis hin zu der liebevoll dargestellten Zerbrechlichkeit Mariannas.

Alle drei Filme geben uns einen Einblick in die ganz persönliche Lebenswelt von Menschen, die etwas abseits der gesellschaftlichen Normvorstellungen liegt. Sie lassen uns über den eigenen Tellerrand hinaus blicken und Dinge besser verstehen. Die einfühlsamen, poetischen Bildern dieser Dokumentationen berühren, und lassen uns eintauchen in eine andere Welt. Sie können dazu beitragen, dass die Menschen einander ein Stück weit besser verstehen.

 

Weitere Vorführung „Brothers“:

Dienstag, den 26. April um 20:15 Uhr im Babylon

 

Weitere Vorführungen „Call me Marianna“:

Dienstag, den 26. April um 20:30 Uhr im Babylon

Mittwoch, den 27. April um 20:00 Uhr im FSK

Neues Polnisches Kino – Eine Bereicherung für die internationale Filmwelt

Das filmPOLSKA-Programm ist vielseitig und durchdacht. Die Retrospektive bietet Interessierten die Gelegenheit, sich mit der großen polnischen Filmkunst der Vergangenheit vertraut zu machen. Es gibt eine Kategorie für Kamerakunst und eine für Special Screenings, die sich in diesem Jahr der Animationskunst widmet. Besonders spannend ist aber auch die Kategorie “Neues polnisches Kino”, die sich mit den jüngsten Werken aus Polen beschäftigt. Die zahlreichen neuen Filme auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen ist schwierig, denn sie sind so vielfältig wie das Leben selbst. Von sagenhaft trashigen Musicals, wie “Sirenengesang“ und “Polish Shit“, über introspektive Meisterwerke wie “United States of Love“, bis hin zu experimentellen Werken wie “Nude Area“, das komplett auf Dialog verzichtet, ist alles vertreten.

Obwohl moderne polnische Filme den Ruf haben, eher zum düsteren und farblosen zu tendieren, erfüllen die wenigsten der dieses Jahr vertretenen Filme dieses Klischee. Vielmehr wird oft bewusst mit Farben gespielt, um Emotionen auszudrücken. Komödien wie “Polish Shit“ sind laut, lebendig und frisch. Genre-Crossovers, bizarre Bilder und der Mut, intimste Momente auf unverfälschte Art zu zeigen, machen das neue polnische Kino zu einer spannenden Gelegenheit unseren eigenen Alltag zu reflektieren, oder sich einfach nur zurückzulehnen und die großartigen Bilder zu genießen.

"United States of Love"

„United States of Love“

Auch international feiern die polnischen Filme Erfolge. So hat zum Beispiel “United States of Love“ erst bei der Berlinale 2016 den silbernen Bären gewonnen. Während filmPOLSKA waren viele der Filme gut besucht, teilweise sogar ausverkauft. Die breite deutsche Masse lässt sich hier allerdings noch einiges entgehen. Wie schon Knut Elstermann bei der Eröffnung der polnischen Filmtage meinte, ist es höchste Zeit, dass sich das ändert. Denn ein gemeinsamer Nenner der Filme ist dann vielleicht doch zu finden: die große Mehrzahl scheut sich nicht zu experimentieren und Grenzen zu überschreiten, was die internationale Kinolandschaft ungemein bereichert.

In der Reihe neues polnisches Kino laufen: „Sirenengesang“, „Nude Area“, „Die Rote Spinne“, „United States of Love“, „Zud“, „Die Anatomie des Bösen“, „Spanische Grippe“, „Demon“, „Cosmos“, „Raging Rose“, „Der Eindringling“, „Baby Bump“, „Die singende Tischdecke“, „New World“ und „Nachbarn“.

 

New Cracow Animation

 

Wenn man über polnische Kinematographie nachdenkt, tauchen normalerweise Namen wie Wajda, Polański, Has, Kieślowski, Zanussi, Skolimowski u.s.w. auf. Man sollte nicht vergessen, dass Animationsfilme auch eine wichtige Rolle im polnischen Kino spielen, obwohl sie im Hintergrund stehen. Dabei geht es nicht nur um Kinderzeichentrickfilme, sondern um Meisterwerke, bei denen der künstlerische Aspekt im Fokus steht. Auch auf dem diesjährigen filmPolska-Festival können die Besucher einen Blick auf die neuesten polnischen Animationswerke werfen. Normalerweise assoziiert man polnische Animation mit den Städten Łódź und Bielsko-Biała, diesmal aber kommen die Arbeiten aus Krakau. Die beiden Absolventen der Prestige Kunstakademie Kraków, Zbyszek Czapla und Wojciech Sobczyk, zeigen dem Berliner Publikum ihre neusten Werke.

Die sieben Animationskurzfilme (fünf von Czapla, zwei von Sobczyk) zeichnen sich auf der einen Seite durch einen traditionellen Mal- und Zeichenstil aus. Auf der anderen Seite neigt insbesondere Czapla zum Experimentieren mit der Animationskunst. So zum Beispiel in seinem Kurzfilm „Paper Box (Papierowe Pudełko)“. Er benutzt als Material alte Fotografien, die von einer Flut vernichtet wurden. Aus ihnen macht er einen Film über das Vergessen, den sinnlosen Kampf mit der Zeit und die gewaltige, zerstörerische Kraft der Natur. In „T.“ nutzt er die Bilder eines 11-jährigen Jungen und zeigt die Fantasie und schöpferische Kraft eines Kindes. In dem mit Aquarellbildern gemachten Film „Toto“ greift er das wichtige und in Polen jahrelang verschwiegene Thema von Kindesmissbrauch in der Katholischen Kirche auf.

Der zweite Regisseur des Duos Wojciech Sobczyk zeigt in seinen nach Jahreszeiten benannten Kurzfilmen „Wiosna 1999“ und „Lato 2014“ die destruktiven Kräfte, die in den Menschen schlummern. Er benutzt dabei wunderschöne und gleichzeitig beängstigende schwarz-weiße Bilder, die zusammen mit dem minimalistischen Score ein poetisches Werk bilden.

Insgesamt dauert die auf dem filmPolska gezeigte Auswahl der beiden Regisseure nur eine Stunde. Das scheint wenig, allerdings findet man in den kleinen Animationskurzfilmen mehr interessante Aspekte und Inhalt als in vielen „normalen“ Filmen. Vor allem sind sie schön anzuschauen, was bei einem audiovisuellen Medium wie Film schließlich auch eine wichtige Rolle spielt.